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Atemschutzmasken

Testpflicht in Unternehmen

Nach aktueller Beschlusslage (stand 13.4.21) sollen Unternehmen durch eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes dazu verpflichtet werden ihren Mitarbeitern, sofern sie nicht im Homeoffice sind, ein Testangebot für einen Corona-Schnelltest pro Woche zu machen.

Da es im beruflichen Umfeld bis auf komplette Schließungen einzelner Branchen wie zum Beispiel Gastronomie, Kultur und Tourismus bisher verhältnismäßig wenige Einschränkungen gab, im Gegensatz zu zahleichen Einschränkungen die das Privatleben betreffen, besteht hier großes Potenzial durch das Nutzen von „Corona-Schnelltests“ bisher unentdeckte SARS-CoV2 Infektionen zu entdecken.

Laut einer Veröffentlichung des Robert Koch Instituts im Epidemiologischen Bulletin kommt es bei einer Coronainfektion am Arbeitsplatz zu durchschnittlich 14,1 Infektionen, was nicht nur die Pandemie weiter vorantreibt, sondern bei einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitsdauer von 12,4 Tagen auch zu massiven Personalausfällen und Kosten führt und letztlich die Arbeitsfähigkeit eines gesamten Unternehmens gefährdet. Somit lassen sich durch Testangebote in der aktuellen pandemischen Lage sogar langfristig sparen.

Angebotspflicht ist keine Testpflicht

Der Beschluss des Bundeskabinetts spricht ausdrücklich nur von einer Angebotspflicht seitens der Arbeitgeber, das heißt Arbeitnehmer sind rechtlich nicht verpflichtet von diesem Testangebot mit Schnelltests gebrauch zu machen. Vielmehr dürfen Arbeitnehmer weiterhin selbst entscheiden, ob sie das Testangebot annehmen oder nicht.

Da ein Schnelltest einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht darstellt ist es in der Regel nicht möglich Beschäftigte über die Arbeitsschutzverordnung zu einem Test zu zwingen. Jedoch gibt es Ausnahmen, zum Beispiel wenn Beschäftigte Corona-typische Symptome aufweisen, in Risikogebieten in Urlaub waren, mit Risikogruppen zusammenarbeiten oder körpernahe Dienstleistungen anbieten. In solchen Fällen kann der Arbeitgeber durch sein gesetzlich verankertes Weisungsrecht den Mitarbeiter verpflichten einen Corona Test durchführen zu lassen beziehungsweise selbst durchzuführen.

Testpflicht in Berlin und Sachsen

In Berlin und Sachsen sehen die landesspezifischen Infektionsschutzverordnungen zudem vor, dass Beschäftigte mit Kontakt zu Kunden oder Gästen das verpflichtende Testangebot des Arbeitgebers auch annehmen müssen.

Dadurch empfiehlt es sich bei Schnelltests die im beruflichen Umfeld durchgeführt werden, Antigentests anzubieten die möglichst „angenehm" in der Durchführung sind.

Spucktests für angenehme Probeentnahme

Mussten für die ersten Antigentests noch Proben tief im Nasen-Rachenraum entnommen werden genügt es bei einigen der neueren Antigentests bereits die Probe 1,5cm tief in der Nase zu entnehmen, was als deutlich angenehmer empfunden wird und somit die Bereitschaft für einen Schnelltest erhöht. Ferner sind bereits sogenannte Spucktests erhältlich, bei denen Speichel in einen kleinen Testbehälter gegeben wird. Somit stellen diese Spucktest die minimalinvasivste Lösung eines Schnelltests da.